Asyl in Mönchengladbach
Informieren. Vernetzen. Helfen.

Fragen von Flüchtlingen: Beratung, Betreuung und Begleitung

Die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen

Viele Flüchtlinge brauchen Unterstützung. Jedes freiwillige ehrenamtliche Engagement ist ein wertvoller Baustein zur Orientierung und Integration von Geflüchteten.

 

Bevor es los geht

Um sich selbst auf die ehrenamtliche Arbeit vorzubereiten, ist es wichtig, sich über eigene Wünsche, Fähigkeiten, Grenzen und Motive bewusst zu werden. Bevor Sie sich also in die Arbeit stürzen, sollten Sie sich einige Fragen stellen und diese für sich selbst möglichst klar beantworten. Inwiefern Sie sich im Laufe der Arbeit daran halten, liegt bei Ihnen. Ihre Antworten können Ihnen jedoch helfen, sich immer wieder auf Ihre Anfangsmotivation zu besinnen und zu überprüfen, ob Sie sich noch auf dem richtigen Weg befinden. Es ist hilfreich, sich diesen Fragen von Zeit zu Zeit erneut zu widmen, da sich einiges auch mit der Erfahrung verändern wird.

Wie viel Zeit möchten Sie investieren?
Wie viele Stunden möchten Sie zur Verfügung stellen? Möchten Sie sich kurzfristig oder längerfristig engagieren?Möchten Sie regelmäßig oder spontan/flexibel arbeiten?

Mit wem möchten Sie arbeiten?
Möchten Sie mit Familien arbeiten? Mit Kindern? Erwachsenen? Lieber mit Frauen oder mit Männern? Mit Einzelpersonen oder mit einer Gruppe?

Möchten Sie alleine arbeiten oder in einem kleinen Team?

Haben Sie selbst Ideen für Gruppen oder Projekte?
Oder möchten Sie in einer bestehenden Gruppe oder einem Projekt mitarbeiten?

Möchten Sie sich einer Organisation anschließen (Wohlfahrtsverbände, kirchliche Gemeinden)?
Dies hat den Vorteil, dass Sie einerseits versichert sind, andererseits auf Erfahrungen zurückgreifen und sich selbst einbinden können. Bei Schwierigkeiten und Fragen haben Sie einen Ansprechpartner (hauptamtliche Mitarbeiter oder Koordinatoren).

Wie sehr möchten Sie sich auf die Menschen, die Sie begleiten, einlassen?
Liegt Ihnen daran, Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen (Sprachkurse, Unterrichten) oder können Sie sich auch vorstellen, sich persönlich auf einzelne Kontakte einzulassen und eine Patenschaft oder sogar Freundschaft zu entwickeln?

Wie wichtig ist es Ihnen, sich mit anderen Helfern auszutauschen?
Einige Helfer möchten sich auf die direkte Arbeit mit den Geflüchteten konzentrieren und ihre gesamte Zeit dafür verwenden, anderen ist es wichtig, sich in einen Kreis von Helfern einzubinden und voneinander zu lernen.

Welche Fähigkeiten und Vorlieben möchten Sie einbringen?
Was können Sie besonders gut (Sprachen, Organisieren, Mut zusprechen, …)? Was sind Ihre Stärken, die Sie zur Verfügung stellen können? Und was möchten Sie besonders gerne tun? Dabei lohnt es sich durchaus, auch auf das eigene Herz zu hören. Wenn Sie z.B. gerne Singen, Häkeln, Spielen,… lohnt es sich, das mit Geflüchteten und anderen Einheimischen zu teilen. Wenn Sie zum Theaterbesuch, zu Ihrer Walking-Gruppe jemanden mitnehmen und ihn in die Gruppe integrieren möchten, kann das ein wichtiger Schritt zur Integration sein.

Warum möchten Sie sich ehrenamtlich engagieren?
Es ist wichtig, sich auch über eigene Motive der Arbeit klar zu werden. Möchten Sie anderen helfen, weil Sie gerne helfen? Weil Sie Kapazitäten frei haben und etwas Sinnvolles tun möchten? Weil Sie selbst auf der Suche nach Kontakt sind und sich einbinden möchten? Weil Sie Interesse an anderen Kulturen haben? Jede Motivation ist berechtigt!

Wie verläuft der Weg ins Ehrenamt?
Konkrete Möglichkeiten der ehrenamtlichen Tätigkeit mit Flüchtlingen und Migranten:

Schon ab dem Zeitpunkt ihrer Ankunft in Deutschland benötigen Geflüchtete immer wieder Hilfe in den verschiedensten Situationen. Kontinuierliche Betreuung durch Ehrenamtliche ist ihnen dabei eine große Unterstützung.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten der ehrenamtlichen Unterstützung von Flüchtlingen, z.B.:

  1. Sprachunterricht
  2. Festigung der deutschen Sprache und Begleitung durch regelmäßige Kontakte und Unternehmungen
  3. Unterstützung im Alltag, z.B. Behördengänge, Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche, Ausfüllen von Formularen,  Arztbegleitungen
  4. Gemeinsame Freizeitgestaltung, z.B. Ausflüge, Kaffeetrinken, Kochen
  5. Unterstützung im sozialen Umfeld, z.B. Nachbarschaft, Sport
  6. Patenschaft für einzelne Menschen oder eine Familie

Natürlich können Sie auch eigene Ideen einbringen und neue Projekte ins Leben rufen.

 

Ansprechpartner in Mönchengladbach

Wenn Sie sich einem Wohlfahrtsverband oder einem gemeinnützigen Verein anschließen möchten, finden Sie hier Adressen:

SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste Rheydt e.V.

Waisenhausstraße 22 c
41236 Mönchengladbach
Tel.: 02166-13097-0
www.skm-ry.de/
Email:info@skm-ry.de

AWO – Arbeiterwohlfahrt Mönchengladbach e. V.

Brandenberger Straße 3-5
41065 Mönchengladbach,
Email: info@awomg.de
www.awomg.de/
Tel: 02161-8199-0

 

Caritasverband Region Mönchengladbach e.V.

Freiwilligen Zentrum Mönchengladbach

Friedrich-Ebert-Str. 53 (Passage am Ring)
41236 Mönchengladbach
Tel.: 02166 – 40207
E-Mail: fwz-mg@caritas-mg.net
www.caritas-mg.net/de/Freiwilligen-Zentrum.htm

 

Der Paritätische Mönchengladbach

Friedhofstraße 39
41236 Mönchengladbach
Tel: 02166/ 92 39 54
E-mail: moenchengladbach@paritaet-nrw.org
www.moenchengladbach.paritaet-nrw.org/

 

Diakonisches Werk Mönchengladbach

Ludwig-Weber-Str. 13
41061 Mönchengladbach
Tel: 0 21 61-81 04 – 0
Email: info@diakonie-mg.de
www.diakonie-mg.de/

 

DRK-Kreisverband Mönchengladbach e.V.

Hohenzollernstr. 214
41063 Mönchengladbach
Tel: 02161 46862-0
E-mail: info@drk-mg.de
http://drkmg.drkcms.de/

 

Stadt Mönchengladbach

André Hardcastle
Aachener Straße 2
Ehrenamtskoordination
41061 Mönchengladbach
Tel: 02161/25-3342
E-Mail: andre.hardcastle@moenchengladbach.de

Hier erhalten Sie Informationen über die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren.

 

Angebote des SKM Rheydt e.V.:

Café Welcome 

Das Café Welcome gilt als Ort der interkulturellen Begegnung. Hier treffen sowohl geflüchtete Menschen, Ehrenamtliche als auch interessiere Bürger und Bürgerinnen aufeinander und tauschen sich aus. Ein entspanntes Kennenlernen bei kostenlosen Getränken und Gebäck. Hier werden nicht nur erste Gemeinsamkeiten entdeckt, sondern auch neue Freundschaften geschlossen. Unter dem folgenden Link kann der Flyer runtergeladen werden: www.skm-ry.de/wp-content/uploads/2016/07/Flyer-CW.jpg

Mo. von 16:00 bis 18:00 Uhr und
Fr. von 15:00 bis 17:00 Uhr
Waisenhausstr. 22c,
41236 MG
Ansprechpartner: Mona El-Yassir

 

Café Atelier

Hier werden Spaß und Kreativität groß geschrieben. Für die Großen und die Kleinen. Es geht nicht darum, ausgefeilte, künstlerische Techniken an den Tag zu legen, sondern für eine gewisse Zeit dem Alltag zu entfliehen und vogelfrei sowie drucklos zu malen, werkeln, gestalten oder basteln. Das Café Atelier ist offen für alle interessierten Menschen. Kostenfreie Getränke und Gebäck inklusive.

Fr. von 15:00 bis 17:00 Uhr (parallel zum Café Welcome)
Waisenhausstr. 22c
41236 MG
Ansprechpartner: Mona El-Yassir

 

Formularsprechstunde

Dieses Angebot richtet sich an geflüchtete Menschen, die Hilfe beim Ausfüllen von Formularen (Leistungsanträge, Elterngeld etc.) benötigen. Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen sind vor Ort, um hierbei zu unterstützen.

Mo. von 16:00 bis 17:30 Uhr
Waisenhausstr. 22
41236 MG
Ansprechpartnerin: Hajar Belaadel

 

Sprachcafé

Die Treffen im Sprachcafé bieten die Möglichkeit, die deutsche Sprache anzuwenden und zu üben. In einer Mischung aus Spiel, direktem Austausch und Übungen können Teilnehmer mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen auf ihre Kosten kommen und in einer lockeren Atmosphäre ihr Deutsch verbessern. Und dabei neue Kontakte schließen.

Di. von 16:00 bis 18:00 Uhr
Waisenhausstr. 22c
41236 MG
Ansprechpartnerin: Silke Tellmann
Das Angebot ist auf 20 Teilnehmer begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich.

 

AllRheydt-Cooking

„AllRheydt-Cooking“ ist ein interkulturelles Kochprojekt. In diesem Angebot kocht eine kleine Gruppe von Geflüchteten und Deutschsprachigen über mehrere Wochen gemeinsam nach Kochrezepten aus verschiedenen Ländern. Das Zubereiten und der Verzehr der kulinarischen Köstlichkeiten laden zu einer gemeinsamen Aktivität ein, bei der gleichzeitig Sprachkenntnisse verbessert und Gemeinschaft erlebt werden kann.

Fr. 17:00 bis 20:00 Uhr (im 2-wöchigen Rhythmus)
Waisenhausstr. 16
41236 MG
Ansprechpartnerin: Zoe Niomanaki
E-Mail: z.niomanaki@skm-ry.de
Anmeldung erforderlich!

Hinweis!

Über die Aktualität der Angebote, Ansprechpartner und über neue Projekte informieren Sie sich bitte auf unserer Homepage www.skm-ry.de oder fragen Sie telefonisch unter 02166-13097-0 nach, da es immer wieder zu Erneuerungen kommt. (Stand Mai 2017)

 

Der SKM Rheydt e.V. bietet außerdem:

  1. Die Vermittlung von ehrenamtlichen Dolmetschern
  2. Die Vermittlung von Begleitung  bei Behördengängen, Arztbesuchen, usw. (Ehrenamtler)
  3. Die Begleitung und Schulung von ehrenamtlichen Mitarbeitern

Waisenhausstraße 22c
41236 Mönchengladbach
Ansprechpartnerin: Maria Nickel
Tel: 02166-13097-43
E-Mail: m.nickel@skm-ry.de

Wichtig!

Da Vermittlungen von Begleitungen eine Vorlaufzeit brauchen, ist es wichtig, sich rechtzeitig darum zu kümmern.

 

Der Kontakt zum Geflüchteten – Worauf muss man achten?

1. Die Kennenlernphase

Wenn Sie eine Begleitung vermittelt bekommen haben (z.B. zu einem Behördengang), kann es hilfreich sein, sich vorab über die Person zu informieren:

  1. Woher kommt der/die Geflüchtete?
  2. Welche Sprache(n) spricht er/sie?
  3. Handelt es sich um eine Familie mit Kindern oder einen/eine Alleinstehende(n)? Vielleicht um eine/n Minderjährige/n?

Ansonsten ist es am Anfang wichtig, sich Zeit zu nehmen, um einander kennenzulernen. Man sollte Interesse zeigen und zuhören. Wenn die Sprache nicht reicht, kann man auch mit Händen und Füßen viel ausdrücken. Hören Sie zu, was der Mensch, der Ihnen gegenübersitzt, braucht. Braucht er Kontakt und Ansprache? Sprachunterricht? Hilfe bei Formularen? Eine Wohnung? Hören Sie zu, ohne gleich den Anspruch zu haben, ihm das, was er braucht sofort beschaffen zu können.

 

2. Sprachbarrieren

Können Sprachbarrieren nicht überwunden werden, benötigt man einen Dolmetscher. In den verschiedenen Vereinen und Verbänden bestehen oft Kontakte zu ehrenamtlichen Dolmetscher/innen. Fragen Sie einfach nach. Oft eignen sich Kinder schneller Sprachkenntnisse an als ihre Eltern und fungieren so oft als Dolmetscher. Dies ist allerdings nicht in jeder Situation angemessen, da Gesprächsinhalte nicht immer für sie geeignet sind. Wenn durch die Justizverwaltung allgemein beeidigte/ermächtigte Dolmetscher und Übersetzer für Behördengänge benötigt werden, können diese aus einer Liste der bundesweiten Online-Datenbank http://www.justiz-dolmetscher.de angefordert werden.

 

3. Den Bedarf klären

Es ist sinnvoll, sich  Zeit mit der zu begleitenden Person zu nehmen und gemeinsam abzusprechen, was der/die Geflüchtete genau braucht, wieviel Zeit Sie selbst zur Verfügung stellen wollen und wie sie gemeinsam vorgehen wollen. Eventuell macht es Sinn, noch andere Unterstützer hinzu zu ziehen, so dass die Last nicht auf Ihren Schultern alleine liegt. Entwickeln Sie einen Plan und setzen Sie sich gemeinsame Ziele. Schauen Sie gemeinsam auf ihre Fortschritte und Erfolge im Laufe der Zeit zurück! Dies motiviert und gibt Perspektive!

Aufgabenbeispiele:

  1. Zu einem Integrationskurs anmelden
  2. Anträge beim Amt stellen
  3. Nach einer geeigneten Wohnung suchen
  4. Ummeldungen vornehmen
  5. Befreiungsanträge stellen

Meist haben Geflüchtete anfangs sehr zahlreichen Anliegen. Dann ist es wichtig, zu vermitteln, dass man nur einen Schritt nach dem anderen gehen kann und den Berg langsam abarbeitet. Das ist zunächst frustrierend und schwer auszuhalten, doch nach ein paar Wochen kann man auf gemeinsame Fortschritte zurückblicken und Erfolge wertschätzen.

Wichtig!

Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihrem Gegenüber so viel wie nötig und so wenig wie möglich abnehmen. Denn das Ziel ist, die Menschen in ihre Selbständigkeit zu begleiten, so dass sie eines Tages alleine zurechtkommen.

 

4. Stolpersteine, Konflikte und Schwierigkeiten

Ehrenamtliche gehen ihre Tätigkeit oft mit großem Elan, viel Herzblut und Engagement an. Dabei treffen in der Begleitung von Geflüchteten manchmal unterschiedliche Erwartungen aufeinander.

Vielleicht möchten Sie, dass Ihr „Schützling“ mehr Deutsch lernt, weil es wichtig für ihn wäre, er oder sie hat aber gar „keinen Kopf“ dafür. Vielleicht möchten Sie zum Theater einladen, aber dem anderen ist nicht danach. Vielleicht möchten Sie eine Aufgabe übernehmen, aber Ihr Gegenüber möchte diese Unterstützung nicht annehmen. Lassen Sie dem anderen Raum, selbst zu entscheiden und die Verantwortung für sich zu übernehmen. Das ist für die Unterstützung sehr wichtig, denn es geht nicht darum, dass sich der andere „anpasst“, sondern dass Sie einen Weg des „Miteinanders“  finden.

Es kann auch sein, dass ihr Schützling mehr Zeit und Zuwendung benötigt, als Sie leisten können. Auch da ist es wichtig. Achten Sie auf Ihre Grenzen. Wenn Sie merken, dass Ihr Einsatz nicht ausreicht, kommunizieren Sie dies. Manche Dinge müssen nicht sofort erledigt werden. Holen Sie gegebenenfalls weitere Personen mit ins Boot.

Auch unterschiedliche Sichtweisen, vor allem in Bezug auf Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Notwendigkeiten können zu Ärger und Enttäuschungen führen. Gehen Sie davon aus, dass Ihr Gegenüber grundsätzlich das Beste im Sinn hat. Sprechen Sie die Dinge an, die Sie ärgern oder die Sie sich anders wünschen. Das kann viel zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

Aufgrund von Unsicherheit und Verwirrung durch den Behördendschungel kontaktieren einige Flüchtlinge mehrere Berater gleichzeitig und erhalten manchmal unterschiedliche Auskünfte. Dies trägt zu noch mehr Orientierungslosigkeit bei. Begegnen Sie Geflüchteten hierbei immer mit viel Geduld und ärgern Sie sich nicht, wenn ihr Gegenüber eine zweite Meinung einholt bzw. Ihre Erläuterungen und Tipps nicht direkt umsetzt oder vergisst.

Zusammenfassend:

Worauf sollten Sie achten?

  1. Respekt und Wertschätzung
  2. Selbstständigkeit fördern
  3. Schutz der Privatsphäre
  4. Grenzen des Gegenübers beachten
  5. Blick auf das positive lenken
  6. Reale Grenzen der Situation mitteilen
  7. Kulturelle Unterschiede respektieren

Was sollten Sie vermeiden?

  1. Direkte Fragen zur Flucht zu stellen
  2. Privatadressen weitergeben
  3. Geld verleihen
  4. Originale Dokumente des Flüchtlings nehmen
  5. Rechtsberatung machen
  6. Missionieren
  7. Diagnose stellen
  8. Große Geschenke machen
  9. Als männlicher Ehrenamtler muslimische Frauen betreuen

 

Wo gibt es Schulungen und Austausch für Ehrenamtler?

Es gibt viele kostenlose oder kostengünstige Fortbildungen für Ehrenamtliche im Flüchtlingsbereich. Sie können diese Angebote nutzen, um Techniken der Sprachvermittlung zu lernen, sich über andere Religionen und Kulturen zu informieren, um zu lernen wie man fremdenfeindliche Parolen entkräftet, was interkulturelle Kompetenz bedeutet, sie können sich über den Umgang mit traumatisierten Geflüchteten informieren, und vieles mehr, was Ihnen ihre Arbeit als Ehrenamtlicher erleichtert.

Hier finden Sie aktuelle Fortbildungsangebote:

Katholisches Forum für Erwachsenen- und Familienbildung

Mönchengladbach und Heinsberg
Bettrather Straße 22
41061 Mönchengladbach
02161-9806-39 oder -44
forum-mg-hs@bistum-aachen.de
https://forum-mg-hs.kibac.de/

Weiteres unter Qualifikationen und Fortbildungen, z.B.

  1. Qualifizierung zum/r Integrationsbegleiter/in
  2. Flucht und Trauma. Umgang mit traumatisierten Menschen
  3. Interkulturelle Sensibilisierung

 

Philippus-Akademie

Evangelischer Kirchenkreis Gladbach-Neuss
Hauptstraße 200
41236 Mönchengladbach
02161-615929
info@philippus-akademie.de
http://www.philippus-akademie.de/programm.html

Weiteres unter Philippus Thema, z.B.

  1. Professionell mit Traumatisierung umgehen
  2. Hilfe zur Integration von Flüchtlingen in unserer Stadt
  3. Rechtsfragen und Verfahrensberatung
  4. Arabisch lernen? Kein Problem! (Anfänger)

 

Gibt es einen Versicherungsschutz im Ehrenamt?

Da  -wie im Alltag-  auch bei der Ausübung eines Ehrenamts Schaden wie z.B. Unfälle oder Sachschaden entstehen kann, ist es wichtig, über den Versicherungsschutz nachzudenken.

Idealerweise sind ehrenamtlich Engagierte in der Haftpflichtversicherung ihres Trägers versichert. Dafür haben die Träger die Möglichkeit, ihre ehrenamtlich Engagierten in die Versicherung einzubeziehen.

Für Ehrenamtliche, die nicht in Vereinen und Institutionen engagiert sind, hat das Land NRW eine Haftpflicht-Sammelversicherung abgeschlossen. Diese gilt auch, wenn die Tätigkeit  in einem anderen Land/Bundesland ausgeübt wird.

Ehrenamtliche in Vereinen und Organisationen genießen automatisch Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung. Dabei müssen die Kriterien „freiwillig, unentgeltlich, gemeinwohlorientiert“ erfüllt sein.

Für ehrenamtlich Tätige, die nicht in Vereinen und Institutionen tätig sind, besteht, genau wie bei der Haftpflichtversicherung, die Unfall-Sammelversicherung des Landes NRW.

Eine Aufwandsentschädigung beeinflusst den Versicherungsschutz nicht.
Weitere Informationen erhalten Sie unter https://www.engagiert-in-nrw.de/sicherheit

 

Welche Netzwerke existieren?

Um die Flüchtlingsarbeit effektiver zu gestalten und Kooperation und Synergien zu schaffen, haben sich einige Netzwerke in Mönchengladbach gegründet, die wichtige Akteure zusammenbringen und so einen Informationsaustausch gewähren.

Auch Sie als Ehrenamtliche können dazu einen wichtigen Beitrag leisten, denn die Praxiserfahrung und die Ideen der Engagierten sind ein wichtiger Teil dieser Netzwerke.

Der Runde Tisch Flüchtlinge wurde im März 2014 vom SKM initiiert (Markus Offermann), um den Bedarf an Unterstützung und die hohe Bereitschaft der Bürger, sich zu engagieren, zu koordinieren.

Mittlerweile ist hier ein multiprofessionelles Zusammentreffen entstanden, an dem sich Mitarbeiter der Stadt, der Jobcentren, der Wohlfahrtsverbände und der Vereine beteiligen und dieses Forum zum Austausch nutzen. Der Runde Tisch Flüchtlinge findet alle drei Monate statt.

Sollten Sie Interesse haben, über die Termine informiert zu werden, wenden Sie sich an den:

SKM Rheydt e.V.
Markus Offermann
e-mail: m.offermann@skm-ry.de

 

Das Netzwerk Sprache richtet sich an Ehrenamtliche, die in der Sprachvermittlung tätig sind. Hier werden Neuerungen und Informationen zur Sprachvermittlung ebenso wie Erfahrungen ausgetauscht.
Das Treffen findet alle 3 Monate statt.
Koordinatorin ist:

Annett Wellnitz
Stadt Mönchengladbach
Email: Annett.Wellnitz@moenchengladbach.de

 

Ehrenamtsstammtisch des SKM Rheydt e.V.

Hier treffen sich Ehrenamtliche des SKM Rheydt e.V. zwei Mal im Jahr unter fachlicher Leitung, um Erfahrungen, Ideen und Impulse auszutauschen.
Ansprechpartnerin ist:

Maria Nickel
Ehrenamtskoordinatorin des SKM Rheydt e.V.
02166/13097-43
m.nickel@skm-ry.de

 

Spezielle Situation: Abschiebung, Familienzusammenführung und Rückkehr

Abschiebung

Liegen weder Asyl- oder Schutzberechtigungsgründe noch Abschiebungsverbote vor, muss das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den Asylantrag ablehnen. Mit dem Ablehnungsbescheid wird eine Ausreiseaufforderung versendet. Es gibt zwei Kategorien der Ablehnung, die jeweils Auswirkungen auf die Ausreisefrist sowie die Rechtsmittel (§§ 74 ff. AsylVfG) haben.

 

  • Der Asylantrag kann als unzulässig oder (einfach) unbegründet abgelehnt werden
  • Der Asylantrag kann als unbeachtlich oder offensichtlich unbegründet abgelehnt werden.

Ein Asylantrag kann als unzulässig abgelehnt werden, wenn ein anderer europäischer Staat für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist (z.B. wenn die Dublin-III-Verordnung greift). Die Ausreise in den zuständigen europäischen Staat soll dann innerhalb von 30 Tagen erfolgen.

Wichtig!

Es besteht die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen ein Rechtsmittel gegen die Ablehnung des Asylgesuchs beim zuständigen Verwaltungsgericht einzulegen. Hierfür sollte dringend ein Rechtsbeistand hinzugezogen werden.

 

Ein Asylantrag ist unbeachtlich oder offensichtlich unbegründet, wenn die Einreise aus einem sicheren Herkunftsland erfolgt oder wenn Asyl aufgrund der wirtschaftlichen Situation im Herkunftsland beantragt wird und somit keine besondere Gefahr oder Verfolgung vorliegt. Die Frist zur Ausreise beträgt dann in der Regel eine Woche. Auch die Fristen zur Einlegung von Rechtsmitteln sind in diesem Fall verkürzt. Es sollte daher umgehend ein Rechtsbeistand hinzugezogen werden.

Hat ein Flüchtling keine gültige Berechtigung mehr für den Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland, so besteht eine Ausreisepflicht. Mit einer Ablehnung endet für die Asylbewerberinnen und Asylbewerber die Aufenthaltsgestattung zu dem im Bescheid festgelegten Zeitpunkt und sie werden zur Ausreise aufgefordert. Innerhalb der angegebenen Frist können die Betreffenden eine Ausreise aus Deutschland selbst organisieren. Für den Fall, dass dies nicht geschieht, wird sogleich die Abschiebung angedroht. Unter der Abschiebung versteht man die zwangsweise Rückführung aus der Bundesrepublik Deutschland zurück ins Herkunftsland. Die Ausreise kann zwangsweise durchgesetzt werden. Die Zuständigkeit für den Vollzug von Abschiebungen liegt bei den kommunalen Ausländerbehörden.

Eine Abschiebung ist sowohl für die Geflüchteten als auch für die ehrenamtlichen Begleiter meist mit großem Unverständnis, Ohnmacht und Verzweiflung verbunden. Ehrenamtler/innen berichten davon, eine Familie begleitet zu haben, mit ihr eine neue Wohnung renoviert, den Umzug organisiert zu haben und dann plötzlich vor der Tatsache zu stehen, dass diese Menschen die Bundesrepublik verlassen müssen, manchmal so unvorhersehbar, dass selbst eine Verabschiedung nicht möglich ist. Während Ämter den Standpunkt vertreten, den Geflüchteten zumindest für die Zeit, die sie bleiben können, möglichst gute Voraussetzungen zu schaffen, können Ehrenamtler die Ambivalenzen in den Entscheidungen – sie bekommen eine Wohnung und müssen dann gehen – schwer nachvollziehen.

Hilfe bei Ablehnung und Abschiebung bietet:

STAY! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative e.V.
Hüttenstraße 150
40227 Düsseldorf
Tel.: 02 11/72 13 95-11
E-mail: info@stay-duesseldorf.de
Termine nach Vereinbarung!

In Mönchengladbach bieten die Sozialarbeiter der Stadt im Rahmen der Flüchtlingsberatung Hilfe.

Zusätzlich wird es ab Juli 2017 eine Rückkehrberatung in Mönchengladbach geben:

SKM Rheydt e.V.
Rückkehrberatung
Waisenhausstr. 22c
41236 Mönchengladbach
Tel: 02166/13097-0
e-mail: info@skm-ry.de

 

Freiwillige Rückkehr

Um Asylbewerber, die kein Bleiberecht erhalten, zu einer freiwilligen Rückkehr in die Heimat zu motivieren, schafft der Staat Anreize für eine Heimkehr.

Im Jahr 2016 sind nach Schätzungen des BAMF ca. 55 000 Menschen mit Unterstützung des deutschen Staats in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. Abgeschoben wurden 2016 knapp 24 000, also deutlich weniger als freiwillig zurückkehrten. Die freiwillige Rückkehr birgt für beide Seiten, Staat und Heimkehrer, viele Vorteile, während Abschiebungen für die Behörden oft mühsam und für die Migranten mitunter traumatisch verlaufen.

Eine Abschiebung verursacht hohe Kosten für die Behörden, Polizeieinsätze und Auseinandersetzungen. Außerdem unterliegt der Geflüchtete danach einer Einreisesperre von zwei Jahren und hat nicht mehr die Möglichkeit, in die Bundesrepublik Deutschland einzureisen. Kehrt er freiwillig zurück, so unterliegt er keiner Einreisesperre und kann theoretisch jederzeit erneut versuchen, Asyl zu beantragen bzw. legal (beispielsweise mit einem Touristen- oder Studentenvisum) nach Deutschland zu kommen. In diesem Fall muss er dann das Geld dem Institut IOM zurückerstatten.

Um Geflüchteten eine Rückkehr leichter zu machen, werden Rückkehrberatungen angeboten.

Die internationale Organisation für Migration (IOM) wurde damit beauftragt, Ausreisewillige zu betreuen und ihre Rückkehr zu organisieren. Der Staat stellt im Rahmen des sogenannten REAG/GARP-Programms die Reisekosten, ein Reisetaschengeld und eine einfache Starthilfe für das Leben im Ursprungsland zur Verfügung. Je nach Zielland sind die zur Verfügung gestellten Hilfen unterschiedlich.

Staatsangehörige aus europäischen Drittstaaten wie etwa Albanien erhalten keine Starthilfe.

Das sogenannte „Starthilfe Plus“-Programm soll im Februar 2017 in Kraft treten. Damit will die Bundesregierung mit „Bonuszahlungen“ im Umfang von 40 Millionen Euro weitere Anreize zur Ausreise schaffen. Wenn ein Migrant seinen Asylantrag noch vor der Entscheidung der Behörden zurückzieht und Deutschland verlässt, erhält er 1200 Euro vom deutschen Staat, zusätzlich zu den Hilfen des REAG/GARP-Programms. Kindern unter 12 Jahren verspricht das Programm die Hälfte, Familien mit mehr als vier Angehörigen einen Zuschlag in Höhe von 500 Euro.

Zwei weitere Programme sollen Migranten die freiwillige Ausreise schmackhaft machen. Das von der EU finanzierte „Europäische Reintegrationsnetzwerk“ (ERIN) bietet Migranten, die nach Afghanistan, Iran, Nigeria, Pakistan und Somalia zurückkehren, relativ hohe Hilfszahlungen. Abgeschobene Personen erhalten damit 700 Euro, freiwillige Rückkehrer bis zu 2700 Euro inklusive Geld für eine Existenzgründung.

Auch andere Länder wie Vietnam, Indien, Irak, Pakistan, Marokko, Tschetschenien profitieren vom Programm ERIN. Die Reintegrationsunterstützung soll in 3 – 6 Monaten weitgehend abgeschlossen sein. Der Antrag muss vor der Reise gestellt werden. Die Reintegrationshilfen werden grundsätzlich nur in Form von Sachleistung gewährt.

Freiwillige Rückkehr (Einzelperson) bis 2000 Euro
Freiwillige Rückkehr im Familienverbund bis 2800 Euro
Rückgeführte Person bis 700 Euro
Minderjährige Person bis 600 Euro

In Zusammenarbeit mit einer Organisation vor Ort gibt es außerdem einen „Ankunftsservice“ (Abholung, kurzfristige Unterbringung, medizinische Versorgung), Unterstützung in sozialen, medizinischen und rechtlichen Angelegenheiten (etwa bei der Suche nach Familienangehörigen), Beratung bei der Wohnungssuche (und gegebenenfalls einen Mietzuschuss), Beratung bei der Arbeitssuche sowie Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Die meisten Rückkehrer stammen aus dem Westbalkan (Albanien, Kosovo, Serbien, Irak, Afghanistan).

 

Was ist die Familienzusammenführung und welche Ziele hat sie?

Ziel einer Familienzusammenführung ist, die „Herstellung und Wahrung der familiären Lebensgemeinschaft im Bundesgebiet“ (§ 2Abs.a AufenthG).

Dies kann bedeuten:

  1. Familiennachzug zu Deutschen (§28)
  2. zu Ausländern (§29)
  3. Ehegattennachzug (§30)
  4. Kindernachzug (§32)
  5. Nachzug der Eltern und sonstiger Familienangehöriger (§36)

Voraussetzung ist, dass der „Nachziehende“ (also der, der bereits in Deutschland lebt) folgende Bedingungen erfüllt

  1. einfache Deutschkenntnisse (A1)
  2. ausreichend Wohnraum
  3. Sicherung des Lebensunterhalts aus eigenem Einkommen (keine Sozialleistungen!)
  4. Mindestalter 18 Jahre

Der Familiennachzug muss meist bei deutschen Auslandsvertretungen im Heimatland des „Nachziehenden“ beantragt werden. Die hiesigen Ausländerbehörden werden an der Entscheidung beteiligt, indem sie der Auslandsvertretung eine Zustimmung oder Ablehnung anraten.

Für Asylberechtigte, bei Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nach der Genfer Flüchtlingskonvention sowie bei Zuerkennung von subsidiärem Schutz gilt:

Sobald eine Zustellung der Anerkennung bzw. Zuerkennung durch das BAMF stattgefunden hat, beginnt eine  3-Monats-Frist. Während dieser Frist muss der deutschen Auslandsvertretung und der zuständigen Ausländerbehörde schriftlich mitgeteilt werden, dass eine Beantragung der Familienzusammenführung geplant ist. Wird diese Frist eingehalten, so wird auf die Prüfung der Lebensunterhaltssicherung, auf den Nachweis der Sprachkenntnisse und auf den Nachweis von ausreichendem Wohnraum verzichtet. Dies gilt für den Nachzug der Ehegattin bzw. des Ehegatten und der minderjährigen ledigen Kinder.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die anerkannt sind bzw. Flüchtlingseigenschaft oder subsidiären Schutz zuerkannt bekommen haben, können ebenfalls eine Zusammenführung mit ihren Eltern beantragen. Das Verfahren ist identisch mit dem vorher beschriebenen.

Der „Nachziehende“ muss bei Antragstellung noch minderjährig sein und es darf sich noch kein Elternteil in Deutschland aufhalten.

Bei einer Duldung ist der Familiennachzug ausgeschlossen.

Wichtig!

Seit Ende Januar 2016 wurde von der Bundesregierung beschlossen, den Familiennachzug für Flüchtlinge mit „subsidiärem Schutz“ für 2 Jahre auszusetzen. Dies gilt auch für unbegleitete Minderjährige.

In diesem Fall kann eine Einzelfallprüfung Klarheit schaffen, ob Eltern oder minderjährige Geschwister schon früher nach Deutschland nachziehen können.

Für Subsidiäre Schutzberichtigte, die eine Aufenthaltserlaubnis nach dem 17.03.2016 erhalten haben, ist die Familienzusammenführung erst nach zwei Jahren, also nach dem 16. März 2018 wieder möglich.

In diesem Fall beginnt auch die 3-Monats-Frist am 16. März 2018.

Wichtigen Informationen zur Familienzusammenführung syrische Herkunft finden Sie unter folgendem Link zusammengefasst:

https://familyreunion-syria.diplo.de

Diese Seite ist auf Deutsch, Englisch und Arabisch übersetzt und besteht aus drei Teilen:

  1. Informationen zum Visumsverfahren
  2. Formular für die fristwahrende Anzeige
  3. Visumsantrag

Teil 2 und 3 müssen online ausgefüllt und ausgedruckt werden, damit die Familienangehörigen bei der Vorsprache am Konsulat persönlich die Anträge vorlegen können. Diese Informationen werden nicht elektronisch gespeichert.

Die Anträge können dann von den Familienangehörigen in Deutschland bei den deutschen Auslandvertretungen abgegeben werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

die MBE Stellen in Mönchengladbach

oder an die:

DRK-Migrationsberatung in Düsseldorf
Potsdamer Straße 414
40599 Düsseldorf.
Frau Krupp
Tel: 0211-2299-5850
Frau Himmelspach
Tel: 0211-2299-5851

Dort bekommen Sie alle weiteren Informationen.

Seit Juni 2016 gibt es außerdem die Internationale Organisation für Migration (IOM).

Während der Wartezeit auf einen Termin können Sie sich an die IOM wenden. Dort bekommen Sie Unterstützung beim Visumsverfahren, dabei Ihre Dokumente richtig zu ordnen und  den Antrag richtig zu stellen. Diese Beratungsstelle ist kostenfrei.

Die IOM ist unter folgender Adresse zu finden:

Antragsteller in Beirut

Kachouh Gebäude
Bikfaya Str
Beit El Kekko
Metn
Mount Lebanon
Email: info.fap.lb@iom.int

Antragsteller in der Türkei

Bestekar Şevki Bey Sk. Nr.9
Balmumcu 34349
Beşiktaş-İstanbul
Tel: +90 2124010250
Email: info.fap.tr@iom.int

Weitere rechtliche Grundlagen zur Familienzusammenführung für Schutzberechtigte sowie die Übergangsfrist für subsidiären Schutz und unbegleitete Minderjährige ist im Aufenthaltsgesetz geregelt und unter: http://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/index.html. einzusehen.

 

Traumatisierte Flüchtlinge

Die Gründe, die Menschen zur Flucht zwingen sind oft traumatisch. Auch auf ihrer Flucht und im Ankunftsland werden Flüchtlinge immer wieder Verletzungen und Unsicherheiten ausgesetzt. Unter einem „Trauma“ wird in der Psychologie eine seelische Wunde verstanden.  Diese kann durch eine tragische, belastende, erschütternde Erfahrung (hier oft: existentielle Bedrohung, Verlust, Gewalt) entstehen, welche außerhalb des üblichen menschlichen Erlebens liegt.

Sie bringt oft

  1. den Glauben an die eigene persönliche Unverletzbarkeit
  2. die Sichtweise über das eigene Selbst
  3. den Glauben an die Welt als einen guten Ort und
  4. das Vertrauen in die Menschen ins Wanken.

Liegt eine posttraumatische Belastungsstörung vor, so kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  1. Gedankenkreisen und ständiges Rückerinnern
  2. Starke emotionale Reaktion
  3. Ignorieren der eigenen Geschichte
  4. Gefühlen der emotionalen Betäubung
  5. Schlafstörungen
  6. Alpträume
  7. Unruhe und Nervosität
  8. Ängste und Schreckhaftigkeit
  9. Niedergedrückte Stimmung
  10. Konzentrationsstörungen
  11. Interesse- und Lustlosigkeit
  12. Selbstwertprobleme
  13. Schuldgefühle
  14. Gefühle der Isolation
  15. Misstrauen
  16. Schuld- und Schamgefühle
  17. Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit
  18. Diverse körperliche Beschwerden, oft auch wechselnd.

Die Schätzung ist, dass weltweit rund ein Drittel aller Flüchtlinge an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. (aus: Flüchtlingshilfe im Kreis Düren, 2. Auflage, März 2016)

Sollten Sie oben genannte Symptome zu erkennen glauben, muss das noch nicht bedeuten, dass ein Trauma vorliegt. Reagieren Sie deshalb vorsichtig, beobachten Sie und schildern Sie Ihre Vermutung einer Fachkraft.

Viele traumatisierte Menschen verfügen über Ressourcen, die Ihnen dabei helfen, mit der Situation umzugehen. Sollte Sie dies nicht der Fall sein, ist eine wichtige Anlaufstelle das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge in Düsseldorf.

PSZ Düsseldorf

Benrather Str.7
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 – 544 173 – 22
info@psz-duesseldorf.de

Dort haben die Mitarbeiter Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Geflüchteten. Es kann allerdings zu langen Wartezeiten kommen.

Zentral im Umgang mit traumatisierten Menschen ist es, ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Orientierung zu geben und Ihnen deutlich zu machen, dass sie aktuell in Sicherheit sind.

Traumatisierte Flüchtlinge haben oft Schwierigkeiten, sich neu zu orientieren, ihr Leben aktiv zu bewältigen und Herausforderungen durchzuhalten. Seien Sie verständnisvoll und geduldig.

Seit Juli 2017 hat auch für Mönchengladbach der Aufbau eines Psychosozialen Zentrums begonnen. Träger ist der SKM Rheydt e.V. Ein genaues Startdatum ist jedoch noch nicht bekannt.

PSZ Mönchengladbach

Odenkirchener Str.7
41236 Mönchengladbach
Tel: 02166- 13097-0
E-Mail: www.skm-ry.de

 

 

Asyl in Mönchengladbach ist ein Projekt des SKM Rheydt e.V. in Zusammenarbeit mit Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern. Gemeinsam möchten wir Mönchengladbach zu einem besseren Ort für Flüchtlinge machen. © 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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