Asyl in Mönchengladbach
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Fragen von Flüchtlingen: Wohnen

Wohnen

Wer Geflüchtete kennt, weiß, wie wichtig und zugleich schwer es für sie ist, ihre Wohnsituation zu verbessern und in eine eigene Wohnung zu ziehen. Denn dann erst entsteht endlich eigener Raum, Intimsphäre, Selbständigkeit und ein Schritt zur Eingliederung in die hiesige Gesellschaft. Der Weg dorthin ist oft mühsam.

 

Was für Wohnmöglichkeiten gib es?

Sammelunterkünfte

Flüchtlinge werden nach Ankunft und während des Asylverfahrens zunächst von der Stadt Mönchengladbach in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Dort müssen sie in der Regel wohnen, bis das Verfahren abgeschlossen ist (Wohnsitzauflage). Vorher dürfen Asylbewerber nur im Ausnahmefall in eine eigene Wohnung ziehen. Dies kann auf Antrag vom Sozialamt gestattet werden, wenn Geflüchtete beispielsweise psychische Probleme oder ansteckende chronische Krankheiten haben (Ein Gutachten vom Psychologen oder Arzt sollte dann als Beweis erstellt werden und gemeinsam mit dem Antrag eingereicht werden)

Wichtig!

Kontingentflüchtlinge können ihren Wohnsitz frei wählen. Erhält man ein Einkommen, so kann man ebenfalls aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen. Ein Umzug in eine Wohnung kann auch nach vierjährigem Bezug von Sozialleistungen gemäß dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragt werden.

 

Die eigene Wohnung – Richtlinien

Nach positivem Ausgang des Asylverfahrens (Asylberechtigung) dürfen Flüchtlinge in eine eigene Wohnung ziehen, die in der Regel das Jobcenter bezahlt. Falls sie in eine andere Stadt ziehen möchten, müssen sie dort mit dem Jobcenter Kontakt aufnehmen.

Die eigene Wohnung finden Geflüchtete meist mühsam mit Hilfe von ehrenamtlichen Begleitern oder von anderen Geflüchteten. Dabei ist es wichtig, einige Dinge zu beachten:

Solange man kein eigenes Einkommen erhält, übernimmt in der Regel das Sozialamt oder das Jobcenter die anfallenden Mietkosten. Bevor ein Mietvertrag unterschrieben werden kann, muss die Kostenübernahme vom Sozialamt bzw. Jobcenter bestätigt werden.

Die Richtlinien für eine Genehmigung sollten dringend vorher erfragt werden. Es gibt eine Wohnflächenobergrenze, die sich nach der Haushaltsgröße richtet. Welche Mietkosten als angemessen angesehen werden, richtet sich nach der Haushaltsgröße und der Kaltmiete (inklusive möglicher Nutzungsentgelte für Möbel). Die derzeitige Lage des Mönchengladbacher Wohnungsmarktes führt das Jobcenter Mönchengladbach dazu, Kaltmieten bis zu 5,11 Euro pro Quadratmeter für folgende Wohnflächen als angemessen anzuerkennen:

Hier gibt es die exakten Richtlinien des Job-Centers

Das Jobcenter benötigt den Energieausweis der Wohnung, um die Angemessenheit der Mietkosten beurteilen zu können, da auch die Höhe der Heizkosten die Entscheidung über die Kostenübernahme beeinflusst. Wird die Wohnung als angemessen beurteilt, wird die Miete in der Regel an den Mieter überwiesen. Der Mieter kann jedoch auch eine Erklärung beim Jobcenter abgeben, so dass die Mietkosten direkt auf das Konto des Vermieters überwiesen werden.

Hinweis!

Als Ehrenamtlicher können Sie als Vermittler tätig werden. Begleiten Sie Geflüchtete bei Wohnungsbesichtigungen und vermitteln Sie zwischen dem Geflüchteten und dem Vermieter. Weisen Sie Vermieter darauf hin, dass nach Bewilligung durch das Jobcenter oder Sozialamt ein normaler Mietvertrag abgeschlossen werden kann. Die Angemessenheitsprüfung der Behörde sollte umgehend geschehen. Sobald der Geflüchtete den Bescheid über die Mietkostenübernahme erhält, sollte er diese dem Vermieter umgehend zukommen lassen. Sie als Begleiter können den Vermieter über diese notwendigen Schritte informieren und um ein wenig Geduld bitten.

Der Geflüchtete sollte keine Mietverträge ohne Zustimmung des Jobcenters abschließen, da sonst möglicherweise Mietkosten nicht übernommen werden.

Unter Umständen verlangen Vermieter viele Nachweise von Flüchtlingen. Sie können dem Geflüchteten raten, schon bei der Besichtigung folgende Unterlagen mitzubringen und ggf. vorzulegen. Helfen Sie ihm bei der Zusammenstellung dieser Unterlagen und beim Ausfüllen der Formulare, z.B. der Mieterselbstauskunft. Damit können Sie ihn sehr unterstützen.

  1. Kopie der Aufenthaltsgestattung
  2. Mietübernahmeschein des Jobcenters oder eine Einkommensbescheinigung (ggf. einen Arbeitsvertrag)
  3. ggf. eine SCHUFA-Auskunft
  4. Mietschuldenfreiheitsbescheinigung (erhältlich beim Sozialamt)
  5. Kopie der Anmeldebescheinigung
  6. ggf. Mieterselbstauskunft

Manche Vermieter verlangen zusätzlich ein polizeiliches Führungszeugnis von potentiellen Mietern.

Unterstützen Sie Geflüchtete bei der Formulierung eines Musteranschreibens oder einer E-Mail, welche der Geflüchtete dann für alle Wohnungsanfragen als Interessensbekundung nutzen kann. Der Geflüchtete kann unter Umständen beim Jobcenter auch einen Maklerschein erhalten. Dann wird eine Maklerprovision übernommen. In der Regel berechnen Makler zwei bis drei Monatsmieten. Geflüchtete sollten sich beim Jobcenter aber unbedingt erst über mögliche Bedingungen informieren, bevor sie den Service eines Maklers in Anspruch nehmen.

Anerkannte Flüchtlinge können beim Amt für Wohnungswesen einen Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragen, der sie dazu berechtigt, eine Sozialwohnung zu beziehen. Dies gilt für Personen im laufenden Verfahren jedoch nicht. Weisen Sie die Geflüchteten darauf hin, dass sie hier mit einer Warteliste rechnen müssen.

 

Wo kann man nach einer eigenen Wohnung suchen?

Internet

Portale wie www.immobilienscout24.de, www.immonet.de, www.immowelt.de bieten die Möglichkeit, sich einfach und schnell über den Wohnungsmarkt vor Ort zu informieren. Handeln Sie jedoch schnell, wenn Sie wirklich Interesse an einer Wohnung für den Geflüchteten haben.

Wohnungsbaugesellschaften

Dort kann man sich auf eine Liste für Gesuche setzen lassen, z.B. www.kreisbau-ag.de und http://www.gwsg.de/

Zeitungen

Weisen Sie Geflüchtete darauf hin, dass Wohnungsangebote im Lokalteil der örtlichen Zeitungen (mittwochs und samstags) sowie in den Wochenblättchen (mittwochs und sonntags) zu finden sind. Es kann hilfreich sein, wenn Sie für den Geflüchteten den Vermieter anrufen. Erkundigen Sie sich vorher, wann ein guter Termin für eine Besichtigung wäre.

WGs

Geflüchtete, die auf der Suche nach einem Privatzimmer oder einer WG sind, können unter www.wg-gesucht.de oder auf der Internetplattform www.fluechtlinge-willkommen.de fündig werden. Diese Initiativen vermittelt Geflüchteten bundesweit Zimmer, die von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden.

Persönliche Kontakte

Nutzen Sie Ihre Kontakte und fragen Sie Freunde und Bekannte nach freien Wohnungen.

Netzwerke

Einige ehrenamtliche Helfer bzw. Organisationen haben sich auf die Unterstützung in der Wohnungssuche spezialisiert. Sie haben viel Erfahrung und gute Kontakte und können Tipps und Adressen zur Verfügung stellen.

Wohnungsamt der Stadt Mönchengladbach

Prinzipiell kann auch das Wohnungsamt der Stadt Mönchengladbach bei der Suche einer Wohnung behilflich sein. Tatsächlich ist die Nachfrage allerdings so viel größer als das Angebot, dass es hilfreich ist, (parallel) andere Wege einzuschlagen.

Immobilienmakler

Immobilienmakler vermitteln Wohnungen gegen Bezahlung. Dabei können Kosten von maximal zwei Monatsmieten zuzüglich der Mehrwertsteuer anfallen. Über diesen Service sollten Sie Geflüchtete nur dann informieren, wenn diese auch wirklich die Mittel haben, einen solchen zu bezahlen.

Der Mietvertrag ist in Deutschland ein wichtiges Dokument, das Pflichten und Rechte des Mieters klar festlegt.

  1. Der Mieter sollte den Mietvertrag genau lesen, bevor er ihn unterschreibt.
  2. Er sollte ihn gut aufbewahren, so dass er jederzeit Zugriff darauf hat.

Im Mietvertrag werden Höhe der Miete, Nebenkosten, die Höhe der Kaution, eine mögliche Staffelmiete, die Dauer des Mietvertrages und die Renovierungsverpflichtung festgelegt. All das sollte schriftlich festgelegt werden. Ein Übergabeprotokoll kann hilfreich sein, um bereits bestehende Schäden festzuhalten.

Nebenkosten werden im Voraus bezahlt und einmal jährlich abgerechnet. Sie enthalten in der Regel Kosten für Heizung und Frischwasser, Abwasser- und Müllgebühren.

In Deutschland gibt es Ruhezeiten. Diese schützen in der Zeit von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr vor Lärm. In dieser Zeit sollte Ruhe eingehalten werden.

 

Was passiert nach dem Umzug?

Nach dem Umzug sind folgende Schritte notwendig:

  1. Registrierung beim Einwohnermeldeamt
  2. (Dies muss unbedingt innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug geschehen, da sonst eine Strafe und eventuell negative Auswirkungen auf den Aufenthaltsstatus folgen können).
  3. Meldebescheinigung mit der aktuellen Wohnadresse ausstellen lassen
  4. Neue Adresse dem (BAMF) und der Ausländerbehörde schnellstmöglich mitteilen!
  5. Nach dem Umzug sollte bei der Post ein Nachsendeantrag gestellt werden, damit Briefe weitergeleitet werden können. Dieser Service ist allerdings mit Kosten verbunden. Er ermöglicht aber, dass alle Ämter, Banken, etc. in Ruhe über den Adresswechsel informiert werden können. Natürlich muss dieser aktiv mitgeteilt werden.

Eventuelle Beihilfen können im Jobcenter beantragt werden:

  1. Wohnungsrenovierung
  2. Erstausstattung der Wohnung
  3. Miete für einen Kleintransporter

 

Wohnraum für geflüchtete Menschen anbieten

Die Verwaltung der Stadt kümmert sich um die Unterbringung von Flüchtlingen. Wenn Sie Ihren Wohnraum für Flüchtlinge anbieten möchten, können Sie sich an soziales@moenchengladbach.de wenden.

Sollte es zum Vertrag kommen, ist Vertragspartner der Flüchtling selbst. Die Stadt überweist die vereinbarte Miete an den Flüchtling oder – wenn es so vereinbart wurde – direkt an den Vermieter.

Außerdem gibt es die Homepage Flüchtlinge Willkommen www.fluechtlinge-willkommen.de, die eine Art Vermittler zwischen Geflüchteten und Privatpersonen mit Wohnungsangebot ist. Dort lädt man Informationen zu seinem anzubietenden Wohnraum hoch und erhält Kontakt zu interessierten Geflüchteten.

 

Asyl in Mönchengladbach ist ein Projekt des SKM Rheydt e.V. in Zusammenarbeit mit Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern. Gemeinsam möchten wir Mönchengladbach zu einem besseren Ort für Flüchtlinge machen. © 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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