Asyl in Mönchengladbach
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Fragen von Flüchtlingen: Gesundheit

Welche Gesundheitssysteme gibt es für Flüchtlinge?

Nach der Ankunft in Deutschland findet zunächst eine sogenannte Erstuntersuchung statt, die überprüft, ob der Flüchtling an einer übertragbaren Krankheit leidet.

Außerdem haben Asylbewerber bei gesundheitlichen Beschwerden Anspruch auf eine medizinische Versorgung nach den Vorgaben des Asylbewerberleistungsgesetzes. Dabei erhalten sie in den ersten 15 Monaten ihres Aufenthalts weniger Leistungen als gesetzlich Versicherte.

Akute Beschwerden und Schmerzen werden behandelt, weitere Leistungen können im Einzelfall gewährt werden. Schwangere und Wöchnerinnen haben umfangreichen Anspruch auf ärztliche und pflegerische Hilfe.

Ihnen stehen Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen zu. Zahnersatz hingegen wird nur dann gewährt, wenn er nicht aufschiebbar ist.

Die Kosten für die Versorgung übernehmen in den Erstaufnahme- und zentralen Unterbringungseinrichtungen die Bundesländer. Sobald die Geflüchteten den Kommunen zugewiesen sind, übernimmt die zuständige Gemeinde die Kosten.

 

Wichtig!

  • Es empfiehlt sich, die Quittungen von Zuzahlungen zu sammeln. Ist der Betrag von 96,96 Euro bzw. 48,49 Euro erreicht, muss die Krankenkasse bescheinigen, dass der Versicherte für den Rest des Jahres von der Zuzahlung befreit ist.
  • In Erstaufnahmeeinrichtungen werden Behandlungsscheine vor Ort ausgegeben, mit denen die Geflüchteten zum Arzt gehen können.
  • Rezepte erhalten sie vom Arzt und können diese ohne Zuzahlung einlösen. Besonderen Verordnungen (Krankenhaus, Heilmittel) muss die Behörde (Sozialamt) zustimmen.
  • Für den Notfall gilt: Geflüchtete können mit dem Behandlungsschein den ärztlichen Notdienst aufsuchen oder den Schein innerhalb von 10 Tagen nachreichen.
  • In lebensbedrohlichen Situationen übernimmt der Kostenträger auch die Behandlung im Krankenhaus.
  • Nach 15 Monaten haben Flüchtlinge den gleichen Anspruch wie Sozialhilfeempfänger. Sie bekommen dann eine elektronische Gesundheitskarte.

In Mönchengladbach erhalten Flüchtlinge bereits bei der Unterbringung in der Kommune die Gesundheitskarte. Da die Verteilung in der Regel einige Zeit dauert (Ausstellung), läuft die Versorgung auch hier zunächst über das örtliche Sozialamt. Die elektronische Gesundheitskarte wird ihnen dann von der Krankenkasse direkt zugeschickt. Nun erhält der Geflüchtete nahezu den gleichen Leistungsumfang wie gesetzlich Versicherte. Erklären Sie dem Geflüchteten grob, wie in Deutschland das Gesundheitssystem funktioniert. Machen Sie ihn darauf aufmerksam, dass es Ärzte gibt, die in eigenen Praxen und Ärzte, die in Krankenhäusern arbeiten. Bei normalen Beschwerden geht man in der Regel erst zu einem Hausarzt/Allgemeinmediziner. Der Hausarzt überweist den Patienten dann bei Bedarf an einen Spezialisten.

 

Die freie Arztwahl

Erklären Sie dem Geflüchteten auch, dass er den behandelnden Arzt oder Ärztin frei wählen kann. Welche Ärzte es in der Nähe des Geflüchteten gibt, finden Sie über

Das Örtliche oder jameda.de

Dort werden auch Bewertungen für Ärzte aufgeführt.

Hat die Person spezielle Beschwerden, die der Hausarzt nicht behandeln kann, überweist dieser an einen Facharzt. Dafür stellt er eine Überweisung aus, auf der er auch eine Diagnose oder ein Verdacht auf eine Erkrankung steht. Die weitere Behandlung findet dann beim Facharzt statt. Raten Sie dem Geflüchteten, Termine für Arztbesuche zu machen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Weisen Sie auch auf die Wichtigkeit von Pünktlichkeit hin.

Arztpraxen sind in der Regel von Montag bis Freitag geöffnet. Viele Ärzte machen Mittagspausen und am Mittwochnachmittag sind alle Praxen geschlossen. Manche Praxen sind auch freitags nachmittags geschlossen. Wird man außerhalb dieser Öffnungszeiten krank, muss man zum Notdienst. Welche Praxen in der Nähe des Geflüchteten einen Notdienst anbieten, kann man – falls man keine Tageszeitung erhält – im nächsten Krankenhaus erfahren. Tageszeitungen sind meist allerdings auch im Internet zu finden. Die RP-Online zum Beispiel listet immer die aktuellen Notdienste der Apotheken, Augenärzte, Ärzte, Krankentransporte und der Zahnarzt-Notdienste für Mönchengladbach auf.

Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen Sie unter: 116 117.

Raten Sie dem Geflüchteten im Notfall einen Krankenwagen per Telefon unter 112 zu rufen. Erklären Sie Geflüchteten, die arbeiten, dass man im Krankheitsfall innerhalb von drei Tagen seine Arbeitsunfähigkeit nachweisen muss. Ärzte stellen auf Anfrage auch Krankenscheine aus, die bescheinigen, dass sie krank sind und nicht arbeiten können. Diese können dann beim Arbeitgeber eingereicht werden.

Das Gesundheitsamt übernimmt auf Antrag eines Arztes die Kosten für einen Dolmetscher.

 

 

Asyl in Mönchengladbach ist ein Projekt des SKM Rheydt e.V. in Zusammenarbeit mit Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern. Gemeinsam möchten wir Mönchengladbach zu einem besseren Ort für Flüchtlinge machen. © 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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