Asyl in Mönchengladbach
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Fragen von Flüchtlingen: Deutsch lernen

Wie und Wo kann ich deutsch lernen?

Für Geflüchtete ist es sehr wichtig, die deutsche Sprache zu erlernen, um sich verständigen zu können und um Sicherheit zu gewinnen. Nur wenn es ihnen gelingt, sich auszudrücken und andere zu verstehen, können sie Kontakte schließen und die Herausforderungen des Alltags langfristig bewältigen.

Dafür werden Kurse auf unterschiedlichen Niveaus angeboten. So bietet ein Alphabetisierungskurs meist in kleinen Lerneinheiten die Möglichkeit, das Alphabet zu erlernen, Anfängerkurse vermitteln ein Grundwissen (A1, A2) und Fortgeschrittenenkurse auf Niveau von B1, B2 oder C1 vermitteln profunde Deutschkenntnisse. Zur Integration in die Arbeit werden außerdem berufsbezogene Deutschkurse angeboten.

Grundsätzlich wird hier zwischen anerkannten und nicht anerkannten Flüchtlingen unterschieden:

Sprachkurse für anerkannte Flüchtlinge, EU-Bürger und gute Bleibeperspektive

Flüchtlinge, die bereits anerkannt sind oder eine gute Bleibeperspektive haben (Syrien, Iran, Irak, Eritrea, Somalia) sowie EU-Bürger können einen Antrag auf einen Integrationskurs stellen.

Integrationskurse werden vom BAMF gefördert und sind für anerkannte Flüchtlinge sogar verpflichtend (von der Ausländerbehörde auferlegt).

Die Sprachkurse umfassen insgesamt ca. 600 Stunden (300 Basissprachkurs, 300 Stunden Aufbausprachkurs, 100 Orientierungskurs) und finden prinzipiell in Vollzeit statt.

Der Inhalt des Unterrichts ist stark reglementiert und unterliegt Kriterien, die die Lehrkräfte erfüllen müssen (Hierfür werden Zusatzausbildungen angeboten. Da der Bedarf an Deutschlehrern sehr hoch ist, sind die Ausbildungsbedingungen flexibler geworden. Die Ausbildungskosten müssen allerdings selbst getragen werden).

Das Kursniveau reicht von Alphabetisierungskursen bin hin zu B1 und jeder Kurs endet mit einer Prüfung des Sprachniveaus.

Das Prüfungszertifikat kann wichtig sein! So ist A1 erforderlich, um einen Familiennachzug zu beantragen, B1, um eine Arbeit aufnehmen zu können und evtl. einen weiteren Aufenthaltstitel zu bekommen, C1, um ein Studium zu beginnen.

In Mönchengladbach bieten folgende Träger Integrationskurse an:

Inlingua, VHS, Berlitz, DAA, Euroschulen, Nestor, FBS, Kolping.

Ein Integrationskurs muss durch ein Formular beim BAMF beantragt werden. Die Bearbeitung dauert in der Regel drei Monate. Dann muss der Teilnehmer einen passenden Kurs finden. Diejenigen, die SGB II beziehen, werden über die „Minze“ vermittelt. „Minze“ ist ein Kooperationsprojekt der Stadt und des Jobcenters Mönchengladbach. Es verfügt über eine Sprachdatenbank, überprüft Vorkenntnisse, nimmt eine Einstufung vor und hilft, den passenden Kurs herauszusuchen. Die Minze verfügt auch im Internet über eine „Belegungsampel“, die anzeigt, in welchen Kursen Plätze frei sind.

http://www.minze-mg.de/query.php

 

  • Antrag (drei Blätter) ausfüllen und zum BAMF Nürnberg schicken (für Länder mit guter Bleibeperspektive)

Oder

  • Antrag ausfüllen und zum BAMF Düsseldorf schicken (anerkannte Flüchtlinge und EU-Bürger)
  • Kopie des aktuellen Aufenthaltsstatus/Leistungsbezug mitschicken
  • Nach Erhalt der Bewilligung bei einer Sprachschule anmelden.
  • Die Anmeldung sollte schnell passieren, da die Bewilligung nur drei Monate gültig ist.

Sollte der Antrag von Geflüchteten mit guter Bleibeperspektive bewilligt werden, so ist darauf zu achten, dass bei Statuswechsel (Anerkennung) sofort ein Antrag auf Kostenbefreiung für die Zuzahlung gestellt werden muss, da der Teilnehmer sie sonst selbst tragen muss.

Integrationskurse richten sich an Geflüchtete, die nicht mehr schulpflichtig sind.

Sprachkurse für nicht anerkannte Flüchtlinge

 

Für Flüchtlinge ohne Anerkennung gilt: sie haben zunächst keinen Anspruch auf Integrationskurse, sondern müssen Sprachangebote wahrnehmen, die von ehrenamtlichen Helfern, kirchlichen Gemeinden und Wohlfahrtsverbänden angeboten werden. Hier gibt es meist Alphabetisierungs- und Anfängerkurse.

Sprachangebote haben sich in den meisten Gemeinschaftsunterkünften entwickelt (Hotel zur Post, Viktoriastraße, Hotel Amadeo, etc.). Dort haben sich Gruppen von Ehrenamtlichen gebildet, die mit ihrem Engagement intensiv unterstützen. Außerdem bieten einige Wohlfahrtsverbände (SKM Rheydt e.V., AWO, etc.) Sprachkurse an, z.T. auch mit professionellen Sprachlehrern.

Koordinatorin und Ansprechpartnerin für diese Sprachangebote ist:

Annett Wellnitz

Stadt Mönchengladbach

Tel.: 02161-253305

E-Mail: Annett.Wellnitz@moenchengladbach.de

 

Gibt es noch andere Möglichkeiten?

Natürlich gibt es auch Internetseiten, die beim Deutschlernen unterstützen. Da gibt es z.B. Online-Kurse oder Vokabeltrainer.

Mit dem Portal „ich-will-deutsch-lernen“ stellt der Deutsche Volkshochschul-Verband ein Instrument zur Unterstützung der sprachlichen, gesellschaftlichen und beruflichen Integration zur Verfügung.

LEO.org (bisher nur Vokabeltrainer für Deutsch; aber auch mit Wörterbuch-App)

Goethe.de „Deutsch für Dich“ (Trainingsprogramm)

Serlo (Online-Deutschkurs)

Deutsch-Akademie (Online-Deutschkurs)

Deutsch lernen (Online-Deutschkurs für Anfänger und Fortgeschrittene)

Asyl in Mönchengladbach ist ein Projekt des SKM Rheydt e.V. in Zusammenarbeit mit Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern. Gemeinsam möchten wir Mönchengladbach zu einem besseren Ort für Flüchtlinge machen. © 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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