Asyl in Mönchengladbach
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Interview mit dem SO.CON Institut am Campus der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach

Vorstellung

Flavia Nebauer: Ich heiße Flavia Nebauer. Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut SO.CON und Projektleiterin des Projekts OnTOP.

Ariane Schulz: Mein Name ist Ariane Schulz. Ich bin auch Mitarbeiterin am Institut SO.CON, auch wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Projekt OnTOP.

Was macht das SO.CON Institut?

Flavia Nebauer: Das Institut SO.CON – SO.CON steht für Social Concepts – ist ein Institut für Forschung und Entwicklung in der Sozialen Arbeit und wurde 2010 gegründet von vier Professoren und Professorinnen des Fachbereichs Sozialwesen. Wir sind auch angegliedert an diesen Fachbereich, deswegen ist der Institutssitz auch hier am Campus.

Was machen Sie im Projekt OnTOP?

Flavia Nebauer: Mit dem Projekt OnTOP wenden wir uns an zugewanderte Akademiker und Akademikerinnen, unabhängig davon, woher sie kommen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie eben Mühe haben, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. Trotz ihrer hohen Qualifikationen und ihrer hohen Motivation. Wir unterstützen sie auf dem Weg zu bildungsadäquater Beschäftigung und helfen ihnen, die Hürden, die sie auf diesem Weg vorfinden, zu überwinden.

Ariane Schulz: Ist es so, dass jemand daran interessiert ist, nach seiner Schulbildung hier in Deutschland anzufangen, zu studieren, dann ist auf jeden Fall das Akademische Auslandsamt die erste Adresse.

Flavia Nebauer: Und dann werden die Zeugnisse und die Unterlagen gesichtet. Im Falle, dass keine vorliegen, wird man einfach darüber sprechen, was es für Möglichkeiten gibt, dennoch zu studieren.

Welche konkreten Optionen bieten das Institut den Zugewanderten?

Flavia Nebauer: Im Wesentlichen sind das zwei Modelle, die wir anbieten. Das ist das verkürzte Studium und die Gasthörerschaft, d.h. es findet eine fachliche Nachqualifizierung an dem jeweiligen Fachbereich statt und dazu gibt es dann noch von uns Qualifizierungsbausteine im sprachlichen und überfachlichen Bereich. Und während der ganzen Maßnahme, die übrigens kostenlos ist, werden sie von uns und von studentischen Mentoren und Mentorinnen begleitet.

Ariane Schulz: Es gibt zwei O-Tutoren, das sind Orientierungstutoren, die das Akademische Auslandsamt der Hochschule Niederrhein unterstützen, insbesondere in der Beratung auf Arabisch und auf Englisch. Also wenn es da Bedarf gibt, dann findet man auch die Kontaktdaten auf der Homepage, und mit den Kolleginnen und Kollegen kann man gerne dann auch Termine vereinbaren.

Wie viele Kandidaten betreuen Sie derzeit?

Flavia Nebauer: Derzeit haben wir 42 Teilnehmende. Etwas mehr als die Hälfte sind Menschen mit Fluchthintergrund. Der Rest kommt aus ganz unterschiedlichen Ländern, das kann auch Griechenland, Lettland, Kolumbien, Kirgistan sein.

Wie werden Qualifikationen anerkannt?

Ariane Schulz: Eine Anerkennung, beispielsweise bei dem verkürzten Studium, eine hochschulinterne Anerkennung der Prüfungsleistungen dann vollzogen werden muss. Das bedeutet, dass man das Curriculum, also die Inhalte des Studiums aus dem Ausland, mit dem hiesigen vergleicht, und der Professor des jeweiligen Fachbereiches dann sozusagen ein Endergebnis ausspricht über die noch zu belegenden oder noch nachzuholenden Semester oder Vorlesungen, Mode, Inhalte.

Welches Sprachniveau müssen Bewerber mitbringen?

Ariane Schulz: Um an der Hochschule Niederrhein studieren zu können, ist das C1 notwendig.

Flavia Nebauer: Die Hochschule bietet Deutsch-Intensivkurse am Sprachenzentrum an. Das sind Kurse, die von B2 Niveau zu C1 Niveau führen – ist gedacht für diejenigen, die auch an einem Studium interessiert sind und die formalen Voraussetzungen erfüllen. Diese DAAD-geförderten Kurse werden auch ergänzt durch ein Tutorenprogramm.

Ariane Schulz: Das ist eine 1-zu-1-Betreuung; das bedeutet also, die Teilnehmenden haben einen Sprachcoach, der sie in der Strategie des Spracherlernens unterstützt.

Was möchten Sie den anderen Menschen in der Asylarbeit noch mitteilen?

Flavia Nebauer: Wir freuen uns natürlich, wenn Menschen, die mit Geflüchteten zu tun haben, auch von unserem Projekt erzählen und vielleicht dann auch den ersten Kontakt herstellen, wenn das notwendig ist.

 

 

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