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Pfarrer Christian Sandner kommentiert: Ein Jahr Forum Flüchtlingshilfe Dohr

Pfarrer Christian SandnerVom Füreinander zum Miteinander“


Gefragt nach einer Bilanz nach einem Jahr „Forum Flüchtlingshilfe Dohr“ glaube ich, dass wir immer noch auf einem guten Weg sind, auch wenn sich manches verändert hat. Als wir im September 2015 eingeladen haben zur Vorbereitung auf die „Flüchtlingsunterkunft Alte Schule Dohr“ kamen viele Interessierte und Neugierige aus der Nachbarschaft. Die Bereitschaft sich einzusetzen und die neuen Nachbarn freundlich zu begrüßen war überwältigend.

Im Vorfeld zum Bezug der Schule im November haben wir überlegt, was sie wohl brauchen könnten an Begleitung und Unterstützung. 40 Personen teilten sich in verschiedene Arbeitsgruppen auf, vom Deutsch-Unterricht bis zum Sport. Es war spannend, in Kontakt zu treten, die neuen Bewohner kennen zu lernen. Der Kontakt zu den Familien war schnell hergestellt, die Kinder waren auch sehr begierig, die Sprache zu lernen. Manche junge Männer gingen in Sprachkurse und waren den ganzen Tag unterwegs. Eine ganze Reihe Ehrenamtlicher gehen regelmäßig ein und aus, hilfreich ist der gute Kontakt mit den engagierten Hausmeistern.

Viel Freude bereitet das Fahrradprojekt, bei dem gespendete Räder aufbereitet wurden, um sie in ein Verleihsystem für die Bewohner einzubringen, das gut angelaufen ist. Auch die Spieleabende und die Gesprächsrunden mit Dolmetschern ermöglichen menschliche Begegnungen. Frust kam hoch in der Deutschgruppe, weil die Teilnahme an den Angeboten zum Deutschlernen im Sozialraum der Schule so gering und so wechselhaft war, dass sie am liebsten aufgeben wollten.

Im Gespräch mit syrischen Flüchtlingen kam der Frust auch von deren Seite zur Sprache: nichts bewegt sich, seit Monaten warten sie auf das erste Gespräch, das sie zur Anerkennung als Asylbewerber brauchen. Sie können nicht arbeiten, haben den Kopf voll von ihren traumatischen Erfahrungen und haben noch keine Perspektive auf eine Lebensgrundlage in diesem Land. Warum dann Deutsch lernen?

Wir haben bei einem monatlichen Treffen im Forum beschlossen: wir bleiben in Kontakt und freuen uns zunächst auf eine unkomplizierte Begegnung bei einem Sommerfest auf dem Schulhof, wo Ehrenamtliche und Flüchtlinge gemeinsam etwas auf die Beine stellen.

Vom Füreinander zum Miteinander.

Christian Sandner

 

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