Asyl in Mönchengladbach
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„Between Borders“ – Eine interaktive Ausstellung

Im Rahmen des „nachtaktiv 2016″ Programms vom 3. bis 5. Juni 2016 in Mönchengladbach können Besucher im SKM – Rheydt in der Waisenhausstraße 22c, 41236 in Mönchengladbach-Rheydt in eine Interaktion mit den Künstlern eintauchen, die, wie der Titel schon sagt, über konventionelle Grenzen hinausgehen wird. Es sind Künstler, die zum Teil selbst Grenzerfahrungen oder Erfahrungen an Grenzen durchlebt haben.

„Between Borders – Eine interaktive Ausstellung“ soll alles, was sich innerhalb von bestimmten Grenzen bewegt, alles, was über Grenzen hinauszuwachsen oder diese ständig zu erweitern versucht, in Kunstform zur Schau stellen.

Der englische Politiker Sykes und der französische Diplomat Picot zogen nach dem Ersten Weltkrieg 1916 die Grenzen im Nahen Osten und teilten die Gebiete unter sich auf. Doch warum hat dies mehr Probleme geschaffen, als der annehmbare Grenzwert jemals anzunehmen erlaubte? Die Folgen der Grenzziehung, wo keine waren, sind heute noch zu spüren, und münden in Grenzerfahrungen von Menschen, die zu wortwörtlichen Grenzgängern geworden sind. Staat ohne Nation, Nation ohne Staat. Folgen: siehe Nachrichten.

Hier in Europa scheinen die langjährigen (Jahrhunderte) Kriege eine volkssensiblere Grenzziehung zustande gebracht zu haben. Doch geht es den grenzverwirrten Flüchtlingen, deren Grenzen vom Lineal gezogen wurden in Europa tatsächlich besser?

Oft ist die Frage: „wer ist drinnen, wer ist draußen?“ So auch bei der Ausstellung. Viele von den Geflüchteten bringen ebenso manch patriotischen Europäer an seine Toleranzgrenze. Sie bewegen sich in einem zunächst kulturleeren Raum, weil die orientalische Konfektionsgröße XXL ihrer Grenzvorstellungen des hiesigen Lebens im mitgebrachten Koffer nicht immer den Konfektionsgrößen der tatsächlichen Grenzvorstellungen innerhalb der neuangetroffen Kultur entsprechen.

Grenzen. Wo genau? Grenzen in Bewegung? Zwischen welchen Grenzen kommt man an?

Gibt es eine Grenze zwischen Ankommen und Dasein, wenn Johann Wolfgang von Goethe doch bezeugte: „Man reist ja nicht, um anzukommen.“ „Gibt es überhaupt ein Ankommen oder bewegen wir uns ständig zwischen den Grenzen?“ Wenn ja, welche Grenzen? Welche waren die Grenzen der Künstler, an die sie stießen, als sie von einer grenzenlosen Tiefe dieser Ausstellung träumten und warum? Hat es auch mit ihrer Grenzerfahrung zu tun oder grenzt unser grenzzaunfernes Bewusstsein an sein Grenzen, wenn wir nicht alles wahrnehmen können, was sich die Aussteller in Grenzen zumindest gewünscht hätten? Niemandem wird zugemutet werden, die Grenzen im Nahen und Mittleren Osten neu zu zeichnen, sondern lediglich selber Grenzerfahrungen zu machen und zum Grenzgänger zu werden.

Viele dieser Fragen sollen interaktiv gelöst werden, indem Besucher mitgestalten und damit an die Grenzen Ihrer Erfahrungen geraten, ohne jegliche Grenzen in sich überwinden zu müssen. Dazu laden die Künstler ein…

Vernissage: Freitag, 3. Juni 2016, 16.00 – 20.00 UhrMultimedia-Show „Teddy`s Smile“ von Ibraldo Aliraj und Ando Alushaj und Texte von Khalil Idrissi.

„nachtaktiv“: Samstag, 4. Juni 2016, 18.00 – 23.00 Uhr – Mit der Band Ohana, der Multimedia-Show „Teddy`s Smile“, der Lesung „Blackbox Abschiebung“ von Miltiadis Oulios, dem Performance-Auftritt „Seltsame Pflanzen“ und der Gruppe „Viele Sprachen eine Stimme“ mit der Tischgesellschaft

Finissage: Sonntag, 5. Juni 2015, 12.00 – 17.00 Uhr; 15.00 Uhr Abschlussfeier – mit einer Musiklesung vom Duo Contraviento und dem Performance-Auftritt „Seltsame Pflanzen“

Asyl in Mönchengladbach ist ein Projekt des SKM Rheydt e.V. in Zusammenarbeit mit Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern. Gemeinsam möchten wir Mönchengladbach zu einem besseren Ort für Flüchtlinge machen. © 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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