Asyl in Mönchengladbach
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Ankommen in Deutschland: Wir stellen euch Efe Efehosa vor

Video Interview zum Thema „Ankommen in Deutschland“ mit Efe aus Ghana, der seit knapp zwei Jahren in Deutschland lebt.  

Zu Efes Geschichte:

In 2013 flüchtet Efe Efehosa aus Ghana nach Deutschland auf der Suche nach einer neuen, sicheren Heimat. Seit 3 Jahren wartet Efe auf eine Bestätigung ohne Gewissheit, ob er in Deutschland bleiben darf oder nicht. Bezeichnet wird er als „geduldeter“ Flüchtling in Mönchengladbach.

Efe muss weiter auf die endgültige Entscheidung warten – darf er bleiben oder nicht? Eigentlich wartet er überhaupt nicht! Efe macht was draus! Er nutzt seine Zeit, um sein Leben hier positiv zu gestalten – er geht zur Schule, lernt die Sprache, arbeitet, verinnerlicht viel von der deutschen Kultur, knüpft Kontakte und findet Freunde fürs Leben. Efe ist ganz schön angekommen!

Efe inspiriert jeden mit seiner positiven Energie, seiner Klarheit und seiner herzlichen Art, Menschen zu begegnen. Seinen Botschaften sind ansteckend. Am besten lassen wir Efe für sich selber sprechen:

Das Gespräch fand auf Englisch statt. Die Übersetzung ins Deutsche können Sie unten auf dieser Seite lesen.

 

Steckbrief

Name: Efe Efehosa  
Alter: 40
Heimatland: Ghana
Muttersprache: Englisch
Anderen Sprachen: Deutsch, Yoruba
In Deutschland seit: 2013
In Mönchengladbach seit: 2013
Beruf: Coaching und Beratung; Marketing und Kundenservice
Bildung: Informatiker, Supervision
Lieblingsessen: Bohnen mit Platanen
Lieblingsmusik: Jazz
Besonderen Interessen: Menschen, strategisches Denken

Zurzeit:

 Studiert und motiviert

 

 

GESPRÄCH MIT EFE: “Integration ist eine persönliche Entscheidung!“

Auf die Frage, wie wichtig Integration ist, antwortet Efe:

“Integration ist eine persönliche Entscheidung!“

Über Flüchtlinge, mit denen er Kontakt hatte, als er nach Mönchengladbach kam, zieht Efe folgende Bilanz:

 „Ich treffe sie hin und wieder im Bus oder auf der Straße und merke, sie haben nichts Konstruktives mit ihrer Zeit gemacht.“

„Vielleicht haben sie nicht die gleiche Entscheidung getroffen, wie ich sie getroffen habe: zur Schule zu gehen, die Sprache zu lernen, zu Arbeiten und Beziehungen zu Einheimischen aufzubauen. Die sind die wichtigsten Bausteine für eine erfolgreiche Integration.“

Welchen Sinn sehe ich in einer Integration?“

Diese Frage sollte sich jeder stellen, der erfolgreich ankommen möchte.

 „Welchen Sinn sehe ich in einer Integration?

„Warum genau bin ich hier und was will ich erreichen?“

„Wie möchtest du die Zeit hier voll ausschöpfen und das Beste daraus machen?“

Die Deutschen müssen uns das neue System beibringen

Efe’s Integration begann damit, dass er stets freundlich und offen zu anderen war und Freundschaften eine Chance gab.

„Ich verstehe hier die Kultur, die Prinzipien, Werte und das System im Allgemeinen noch nicht. Ich kenne es einfach nicht. Das heißt, die einzigen Menschen, die mir die Lebensweise und das Lebenssystem hier in Deutschland verständlich machen können, sind die Deutschen, die dieses System geschrieben haben.“

Besuche öffentlicher Veranstaltungen und Events helfen

Was man besonders braucht? Das sei der Wunsch, sich zu integrieren. Zu Hause bleiben könne schnell zur Gewohnheit werden, daher geht Efe gerne auf öffentliche Veranstaltungen und Events, aber lieber wenn er eingeladen oder es eine öffentliche Veranstaltung ist.

„Die Menschen in Deutschland sollten uns auf jeden Fall das Gefühl geben, willkommen zu sein – „Oh, willkommen!“-, da wir nicht in voller Besonnung und Planung hierher gekommen sind. Wir sind nicht plötzlich hier, sondern kommen auch aus einem bestimmten Ort, und zwar einem anderen. Nicht aus dem Nirgendwo sind die Leute aufgetaucht. Wir sind nicht weniger verantwortungsbewusst, sondern lediglich inmitten neuer Umstände. Wir wissen auch, wie man sich ‘zu Hause‘ fühlen kann. Daher erwarten wir von den Leuten Menschlichkeit und Respekt, sodass sie offen und freundlich uns gegenüber sind.“

Wenn du mich kennenlernen möchtest, möchte ich dich kennenlernen

„Ich habe keine Scheu davor, Menschen zu erzählen, wer ich bin.“

„Wenn ich sehe, dass du mich kennenlernen willst, dann habe ich auch mehr Interesse, dich kennenzulernen. Sobald ich also merke, dass auch mein Gegenüber Interesse daran zeigt, mich kennenzulernen, steht nichts mehr im Weg.“

 

So könnte ein von Efe vorgeführter optimaler Gesprächseinstieg zum Kennenlernen aussehen:

 

Hi, wie geht’s, wie heißen Sie?

Mein Name ist Efe.

Wirklich? Wie lange sind Sie schon in Deutschland?

Ich lebe seit sechs Monaten hier.

Oh, und was denken Sie über Deutschland? Was halten Sie von Mönchengladbach?

[…] Und wie heißen Sie?

Ich heiße Frau Berg.

Frau Berg! Danke, mir gefällt es, wie Sie mir das Gefühl geben,

willkommen zu sein! Sie behandeln mich sehr menschlich! Wo arbeiten Sie Frau Berg?

Ich bin Lehrerin.

Oh, super. LehrerInnen sind wohl sehr nette Menschen, wie ich sehe!

 

„So funktionert’s“, sagt Efe.  Und so wird in Efe das Gefühl geweckt, dass jemand sich für seine Gefühle und seine Person  interessiert.

„Das hilft mir dann, auch mehr über dich erfahren zu wollen.“

Und er fügt hinzu:

„People don’t care how much you know until they know how much you care!”

                                                     =

Mit anderen Worten: „Menschen kümmert es nicht, wieviel du weißt, bis sie wissen, wie sehr es dich kümmert!“

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